Dezentrales stationäres Wohnen

Das Diakonische Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau bietet in der Gerberstraße 19 in Offenbach die Möglichkeit eines dezentralen, stationären Wohnens an. Die Hilfen erfolgen auf Antrag im Rahmen der §§ 67 ff SGB XII und werden vom Landeswohlfahrtsverband finanziert. Das Angebot richtet sich insbesondere an alleinstehende wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit unmittelbar bedrohte Männer.

In einem großen Mietshaus in der östlichen Innenstadt stehen in drei grundlegend renovierten und modern gestalteten Wohnungen fünf Einzel-, sechs Doppel- und ein Drei-Bett-Zimmer für insgesamt 20 Personen zur Verfügung. Darüber hinaus befinden sich in jeder Wohnung ein Badezimmer und eine Küche für die gemeinsame Nutzung. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Teestube als Tagesaufenthaltsstätte. Die Angebote hier können in vollem Umfang auch von den Bewohnern des stationären Wohnens genutzt werden.

Die Unterbringung erfolgt in der Regel für maximal 18 Monate, kann aber in begründeten Ausnahmefällen verlängert werden. Während dieser Zeit finden ausführliche Beratungen und eine intensive Unterstützung durch Sozialarbeiter/-innen statt.

Die Hilfen zielen insbesondere auf:

  • Die Suche und Erlangung einer Wohnung
  • (Wieder-)Herstellung von Wohnautonomie
  • Die Alltagsbewältigung im Wohnumfeld
  • Die Aufnahme und Gestaltung sozialer Beziehungen
  • Die Stabilisierung der Lebenssituation
  • Die (Wieder-)Erlangung der Alltagskompetenz durch tagesstrukturierende Maßnahmen
  • Die Unterstützung zur Erlangung und Erhaltung eines Arbeitsverhältnisses

Die Unterstützung erfolgt im Rahmen eines individuellen, gemeinsam mit dem Klienten erstellten Hilfeplans. Dieser wird halbjährlich überprüft und ggf. an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Hierbei wird besonders dem Entwicklungsprozess der Bewohner Rechnung getragen. Im Zuge ihres Aufenthaltes in unserer Einrichtung werden Aufgaben und Ziele verstärkt in die Hände der Klienten gegeben, um sie im Rahmen einer wachsenden Verselbständigung zu befähigen, künftig wieder autonom in eigenem Wohnraum zu leben.

Die direkten Hilfeleistungen umfassen im Einzelnen:

  • Unterstützung und Anleitung administrativer Tätigkeiten (z.B. Realisierung von Leistungs- und Unterhaltsansprüchen, Beschaffung von Personalpapieren)
  • Beratung, Anleitung und Unterstützung in den Bereichen Wohnen, Arbeit, soziale Teilhabe, Schulden, Gesundheit, Suchterkrankungen
  • Tagesstrukturierende Maßnahmen (Wäscherei, Kleiderladen, Teestube, Küche, Hausmeistertätigkeiten)
  • Rechtliche Orientierung
  • Eine 14-tägliche, ärztliche Sprechstunde zur kostenlosen medizinischen Versorgung
  • Regelmäßige Gruppenarbeit im Rahmen wöchentlicher Treffen
  • Psychosoziale Hilfen/Krisenhilfe/Seelsorge (bei Bedarf und auf Wunsch)
  • Förderung der sozialen Integration im Wohnumfeld
  • Sicherung des Zuganges zu Sozialleistungssystemen
  • Motivation zur Inanspruchnahme bedarfsgerechter Hilfen
  • Unterstützung der individuellen Lebensgestaltung und Alltagsbewältigung in den Wohngruppen der einzelnen Wohnungen

Darüber hinaus koordinieren wir die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsanbietern und es besteht eine gesicherte Kooperation mit relevanten Fachdisziplinen und Diensten (Medizin, Psychiatrie, Suchtkrankenhilfe, Pflege, Recht).

Im Rahmen der Gemeinwesenarbeit in Zusammenarbeit mit der Diakoniekirche nehmen wir Einfluss auf die Wohnumgebung, die Mitgestaltung im Gemeinwesen, das Initiieren von Freundeskreisen und Nachbarschaftsarbeit etc.

Abgerundet wird unsere Tätigkeit durch Arbeit im Umfeld, d.h. durch Einflussnahme auf das gesellschaftliche und politische Umfeld zur Verhinderung von Notlagen, Öffentlichkeitsarbeit und die Befähigung und Unterstützung zur Selbstorganisation und Interessenvertretung.

Für Klienten, die nach dem Aufenthalt in unserer Einrichtung wieder in eigenem Wohnraum leben können, besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen des Betreuten Wohnens beim Aufbau eines eigenständigen Lebens unterstützen zu lassen. Um den Zugang zu erleichtern und Hemmschwellen abzubauen, nimmt die zuständige Sozialpädagogin des Betreuten Wohnens regelmäßig an den Wohngruppensitzungen teil und steht den Bewohnern bereits während ihres Aufenthaltes in der Einrichtung für Gespräche zur Verfügung.

Sitzecke/Schlafzimmer

Küche

Badezimmer